Babcock Noell beendet Arbeiten am Projekt W7X
Würzburg, Greifswald, 06.04.2010
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Zwölf Jahre nach der Erteilung des Auftrages für die Lieferung von 50 nichtplanaren Spulen für das Fusionsexperiment Wendelstein 7-X (W7-X) des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) kam das Projekt durch die Unterzeichnung des Endabnahmeprotokolls zu einem erfolgreichen Abschluss. Dieser Auftrag mit einem Volumen von mehr als 50 Millionen Euro ist der bisher größte in der Branche vergebene Einzelauftrag für die Industrie. Er wurde unter Federführung der Babcock Noell GmbH (BNG), einem der führenden Hersteller von supraleitenden Magnetsystemen in Europa mit Sitz in Würzburg abgewickelt. Die Unterzeichnung des Endabnahmeprotokolls fand am 31. März 2010 im Rahmen einer kleinen Feier durch das Direktorium und die Projektleitung des IPP und der Geschäftsführung und Projektleitung der BNG in Greifswald statt. [Bild 1] Prof. Hasinger, Vorsitzender des IPP-Direktoriums, bedankte sich in seinen Grußworten nochmals ausdrücklich bei Babcock Noell für die erfolgreiche Lieferung des Herzstücks des Wendelstein-Experiments und wünschte der BNG bei allen weiteren Projekten, vor allem in der Kernfusion viel Erfolg. Bei dem W7-X Fusionsexperiment, das vom IPP in Greifswald errichtet wird, soll die physikalische Machbarkeit der Kernfusion nach dem Stellerator-Prinzip nachgewiesen werden. Die 50 sternförmig (stellar) angeordneten nichtplanaren Spulen sind die Schlüsselkomponente dieses einzigartigen Experiments. Sie bilden den Magnetkäfig, der das 100 Millionen Grad heiße Plasma, in dem die Kernfusion stattfinden soll, einschließt. Die Lieferung der 50 Spulen konnte bereits im März 2008 erfolgreich abgeschlossen werden. Vor dem Einbau mussten jedoch alle Spulen noch einem Kalttest unterzogen werden. Diese Tests erfolgten beim Forschungsinstitut CEA (Commissariat à l´Energie Atomique) in Saclay bei Paris. Dabei wurden die Spulen in einem Kryostaten auf 4 K, das sind -269° C, abgekühlt und mit einem Strom von über 17 kA beaufschlagt. Bei diesem Test mussten die Spulen ihre Funktionalität als supraleitende Spule unter Beweis stellen. Bis Ende 2009 wurden alle Spulen erfolgreich getestet. Bereits Anfang 2010 konnte die Montage der Spulen bei IPP beendet werden. [Bild 2] Durch das erfolgreiche Durchlaufen aller Tests bei CEA, IPP und mit der Erstellung der Enddokumentation kam der Auftrag jetzt zu einem erfolgreichen Abschluss, der durch die formale Unterzeichnung des Endabnahmeprotokolls besiegelt wurde. Dr. Ronald Hepper, Geschäftsführer der BNG, erläuterte dieses Projekt als wichtigen Meilenstein im Hinblick auf das nächste Projekt der Kernfusion: ITER. ITER soll die physikalisch-technologische Machbarkeit der Fusion nach dem TOKAMAK Prinzip zeigen und zehn mal mehr Energie erzeugen als in das Experiment hineingesteckt wird. BNG hat sich auch hier um den Bau der Spulen beworben und möchte sich weiterhin als zuverlässiger Partner für die Forschung engagieren. BNG verfügt über eine umfangreiche Erfahrung und hat sich unter Anderem bei anderen Großprojekten in der Forschung eine gute Reputation als zuverlässiger Partner erworben. So baute BNG z.B. ein Drittel der 1200 supraleitenden Magnete für den LHC Teilchenbeschleuniger am CERN in Genf, das am 30. März 2010 den bisher größten Erfolg bei der Teilchenbeschleunigung erzielen konnte. Hierfür erhielt BNG von CERN für besondere Verdienste um Qualität und Zuverlässigkeit im Dezember 2005 den Golden Hadron Award. |
| Bild 1: Unterzeichnung des Endabnahmeprotokolls im IPP vor dem letzten Modul mit 5 supraleitenden nichtplanaren Spulen Von links: Frau Hammer (Leiterin Einkauf IPP), Herr Stephan (GF BNG), Frau Heyn (Projektleiterin W7-X bei BNG), Herr Risse (Projektleiter beim IPP), Dr. Rummel (Leiter Teilbereich Mag- nete und Kryostat bei IPP) |
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| Bild 2: Montage einer nichtplanaren Spule im IPP Greifswald | |
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| Bild 3: Das IPP-Direktorium mit Prof Hasinger (1. Reihe rechts), Einkaufsleitung und Projektleitung der nichtplanaren Spulen und BNG Geschäftsführung vor dem fast fertiggestellten 1. Modul in der Torushalle des IPP. |
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| Bilder: Beate Kemnitz (IPP) | |
Über die Babcock Noell GmbH:
Die Babcock Noell ist in den Produktbereichen Nuklearservice, Nukleartechnik, Magnettechnik und Umwelttechnik weltweit tätig und setzt dabei die in vier Jahrzehnten gewonnenen Erfahrungen äußerst erfolgreich um. Sie ist über die Bilfinger Berger Power Services GmbH in Oberhausen in die Gruppe der Bilfinger Berger AG integriert.
Mit ca. 300 Mitarbeitern, die überwiegend im Ingenieurbereich beschäftigt sind, reicht das Leistungsspektrum von der Entwicklung, Planung, Lieferung und Inbetriebnahme bis zum Betrieb der gelieferten Anlagen und Einrichtungen.
Herausragende und technologisch anspruchsvolle Projekte wie die Lieferung des Containment Liners und weiterer komplexer Komponenten für das neue Kraftwerk OL 3 in Finnland, der Bau der Pilot Konditionierungsanlage zur Endlagerung gebrauchter Brennelemente in Gorleben, die supraleitenden Magnete für das internationale Forschungszentrum in Genf oder die supraleitenden Spulen für das Kernfusionsexperiment Wendelstein 7 X des Max-Planck Institutes in Garching und Greifswald sowie die Lieferung der Rauchgasentschwefelungsanlage für die weltweit erste Pilotanlage mit CO2 Abscheidung bilden die Basis für das zukünftige Wachstum des Unternehmens.
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